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 LebensmittelEnergieeffiziente Abluftreinigung
in der Fleischverarbeitung 

Die Frikadellenproduktion ist ein wichtiges Standbein des Lebensmittelherstellers Hardy Remagen – die Herstellung erfolgt jetzt ressourceneffizienter. Foto: Hardy Remagen GmbH & Co. KG

 Ausgangssituation

Hardy Remagen stellt unter anderem Frikadellen her. Die Friteusen- und Bratereiabluftströme sind stark belastet mit Ölen, Fetten, Aerosolen und Gerüchen. Zusätzlich werden durch die Hitzebehandlung der Lebensmittel erhebliche Mengen an organischen Kohlenstoffverbindungen freigesetzt. Die hohen Fett- und Ölanteile in der Abluft machen den Einsatz von Filterverfahren notwendig, die weder verstopfen noch verkleben können und in der Lage sind, ein breites Spektrum von organischen Geruchsverbindungen zu beseitigen.

Im Rahmen der Neuplanung der Produktionsanlagen suchte das Unternehmen nach neuen Lösungen zur Behandlung der Friteusen- und Bratereiabluftströme. Die bisher eingesetzte thermische Nachverbrennung verursachte sowohl einen hohen Energieverbrauch (ca. 20 – 30 m³ Erdgas je 1.000 m³ Prozessabluft) wie auch hohe CO2-und CO-Emissionen. Hardy Remagen hat sich entschlossen, ein neues und innovatives Abluftreinigungssystem der Firma KMA-Umwelttechnik GmbH einzusetzen.

 Massnahmen und Vorteile

Der Einsatz des innovatioven Hybrid-Abluftfilterverfahrens ist die erste großtechnische Anwendung in der Frikadellenproduktion. In dem mehrstufigen Verfahren werden in der ersten Filterstufe (Elektrofiltration) Öl- und Fettaerosole abgeschieden. Anschließend wird das vorgereinigte Abgas über einen Wärmetauscher abgekühlt und die entzogene Wärme zur Versorgung der Betriebsräume mit Frischluft genutzt.

Um die Frischluft ganzjährig ohne Zusatzbrennstoffe auf die erforderliche Temperatur zu bringen, wird zwischen Abluft- und Zuluftwärmetauscher eine Wärmepumpe integriert. Weil die Temperatur der Abluft ganzjährig über 25°C liegt, kann selbst an kalten Wintertagen die Beheizung ohne zusätzliche Heizung mit fossilen Brennstoffen erfolgen. Die Abluft gelangt nach Passage durch den Wärmetauscher in das Geruchsabscheider-Modul. Hier werden die geruchstragenden Module mit Vakuum- UV-Lampen bei einer Wellenlänge von 185 nm bestrahlt. Die Bestrahlung bewirkt eine chemische Reaktion, bei der die intensiv riechenden langkettigen Moleküle oxidieren und in kurzkettige Moleküle zerfallen.

Bei der automatischen Messung des Energiebedarfs wurden die Energiedaten der Abluftanlage (Filter, UV-Licht und Zu- und Abluft-Ventilatoren), der Klimatisierung und der Wärmepumpe getrennt ausgewiesen. Insgesamt konnte ein Reduzierung des Energieverbrauchs in Höhe von 5.015.977 kWh/a realisiert werden, das entspricht einer Einsparung von ca. 97 Prozent. Die CO2-Emissionen werden um fast 960 Tonnen pro Jahr gesenkt.

Es konnte gezeigt werden, dass die kombinierte Abluftreinigung aus E-Filter, UV-Behandlung und Wärmerückgewinnung auch für stark belastete und schwierig zu reinigende Abluftströme eine funktionsfähige Alternative zur energieaufwändigen thermischen Nachverbrennung darstellen kann.

Bestrahlung mit UV-Licht neutralisiert Geruch und sorgt für gute Luft. Foto: Hardy Remagen GmbH & Co. KG
Ressourceneffekte  
Elektrofilter mit UV-Licht gegenüber thermischer Nachverbrennung 5.015.977 kWh/a
Reduzierung der CO2-Emissionen 957,3 t/a

 Der Weg zur Finanzierung

Die Firma Hardy Remagen hatte im September 2011 auf Empfehlung des Anlagenbauers Kontakt mit der PIUSFinanzierung der EFA aufgenommen. Die EFA hat das Unternehmen während der Antragsphase begleitet. Nach der Bewilligung des Vorhabens durch die KfW im Februar 2012 wurde die EFA mit der Abwicklung des Förderbescheids beauftragt, im Juni 2012 wurde das Projekt abgeschlossen. Die Kosten für die Maßnahme betrugen ca. 388.000. Euro. Das Vorhaben wurde mit einem Zuschuss in Höhe von 116.400 Euro aus dem BMU-Umweltinnovationsprogramm unterstützt.

 

Frischer Wind in der Lebensmittelproduktion – Neue energieeffiziente Abluftreinigung spart Energie und Kosten.

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Das Unternehmen



Adresse
Hardy Remagen GmbH & Co. KG
An der Hasenkaule 9–13
50354 Hürth
Internet
www.hardy-remagen.com
Gründung
1718
Unternehmensgegenstand
Herstellung von Schinken-, Fleisch- und Wurstwaren
Mitarbeiter
180

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Die Projektpartner

 

Marc Krüger

Hardy Remagen GmbH & Co. KG

+49 2233 / 97404-72

krueger@remove-this.hardy-remagen.com

 

 

Marcus Lodde

Effizienz-Agentur NRW

+49 203 / 3 78 79 - 58

lod@remove-this.efanrw.de