BäckerhandwerkStandort verlagert – Prozessenergieeinsatz verringert  

 Ausgangssituation

Gegründet von der Bäckermeisterin und Biopionierin Rike Kappler backt die Biobäckerei cibaria aus Münster seit 30 Jahren ein vielfältiges Sortiment an hochwertigem Biobrot und -backwaren. Die Schwerpunkte liegen auf traditioneller Handarbeit und der Verarbeitung ökologischer Rohstoffe aus der Region. Über die Jahre ist das Unternehmen stetig gewachsen. Da der von Verkehrsflächen eingekesselte Innenstadtstandort schließlich eine weitere Produktionssteigerung verhinderte, entschloss sich die Bäckerei 2014 zu einer Verlagerung der Produktion in den Innenhafen. Der neue Standort befindet sich in einer ehemaligen Lagerhalle – in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer kleinen Biokäserei und dem Verwaltungssitz einer Biosupermarktkette.

Die Biobäckerei nutzte die Energieberatung Mittelstand des BAFA, um mithilfe einer detaillierten Prozessenergieanalyse wirtschaftliche Energiesparpotenziale zu identifizieren.

 Massnahmen und Vorteile

Auf Grundlage der Beratungsergebnisse investierte cibaria in neue, effizientere Backöfen, die sich gegenüber den alten Öfen durch eine bessere Dämmung, dichtere Türen, eine bessere Steuerung sowie eine bessere Luftführung (Umluft) auszeichnen. Die neuen Öfen sind in einem Thermoölverbund mit reduzierter Öltemperatur von 300 °C und einer bedarfsgeführten Ölpumpenleistung in einem zentralen Verbrennungsprozess zusammengeschlossen.

Im Bereich der Prozesskälte reduzierte die Bäckerei die Abwärme der Kältekompressionsmaschinen u. a. dadurch, dass eine neue CO2-kältemittelbasierte Anlagentechnik installiert wurde. Diese Anlage passt die Kälteleistung – fernüberwacht – durch Frequenzumformer dem jeweiligen Bedarf an. Hohe Dämmstandards bei Leitungen und Kühl- bzw. Tiefkühlzellen, wärmebrückenarme Ausführungsdetails sowie dicht schließende Türen tragen ebenfalls dazu bei, Verbräuche und damit die Abwärmemenge zu reduzieren.

Die unvermeidlich durch die Öfen und Kälteanlagen anfallende Abwärme nutzt cibaria heute mithilfe von Wärmetauschern und Pufferung zur Brauchwassererwärmung und für die Gebäudeheizung. Um eine hohe Abwärmenutzung zu erzielen, wird die Abwärme aus den Kälteanlagen wegen ihres geringeren Temperaturniveaus von 40 bis 45 °C für die Vorwärmung des Kaltwassers genutzt.

Die erzielten Einsparungen durch die Abwärmenutzung liegen für Öfen und Kälteanlagen jeweils im Bereich von 15 Prozent bezogen auf den Gesamtenergieverbrauch.

Einsparungen im Überblick  
Energie (Flüssiggas) 220.000 kWh/a
CO2-Äquivalente 50 t/a

 

®PIUS-Finanzierung und Ressourceneffizienz-Beratung der EFA weisen den Weg.

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Das Unternehmen



Adresse
cibaria GmbH ökologisch-biologische vollkornbäckerei
Am Mittelhafen 46
48155 Münster
Internet
www.cibaria.de
Gründung
1990
Unternehmensgegenstand
Herstellung, Vertrieb und Verkauf von Biobackwaren
Mitarbeiter
74

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 Der Weg zur Finanzierung

cibaria nutzte im Vorfeld der Umsetzung die Finanzierungsberatung der EFA. Nach eingehender Prüfung der geplanten Maßnahmen erstellte das Beratungsbüro im Auftrag des Unternehmens und mit Unterstützung der EFA eine Projektskizze im KfW-Förderprogramm „Abwärme“. Das Unternehmen erhielt für neue Backöfen, eine Kälteanlage (mit CO2 als Kühlmittel) sowie für die Wärmerückgewinnungseinrichtungen einen Tilgungszuschuss in Höhe von 196.000 Euro. Der Projektabschluss erfolgte zum Jahresende 2020.

Die Projektpartner

 

Martina Kühlkamp

cibaria GmbH ökologisch-biologische vollkornbäckerei

+49 251 / 675 47

martina.kuehlkamp@remove-this.cibaria.de 

 

 

Marcus Lodde

Effizienz-Agentur NRW

+49 203 / 378 79 58

lod@remove-this.efanrw.de

 

 

Andreas Deppe

Planungsbüro ENTECH

+49 251 / 96 19 96 70

a.deppe@remove-this.entech-deppe.de 

 

 

Eckart Grundmann

Effizienz-Agentur NRW

+49 251 / 48 44 96 43

egr@efanrw.de