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 KunststoffInnovative Sprühtrocknung senkt Ressourcen- und Energieverbrauch 

Der Trocknerkopf nach dem Umbau auf die Scheibenzerstäubung. Foto: VESTOLIT GmbH

 Ausgangssituation

Die Firma VESTOLIT, die seit Dezember 2014 zu Mexichem gehört, betreibt in Marl die größte voll integrierte PVC-Produktionsanlage Europas. Die Gesamtkapazität beträgt 400.000 t pro Jahr. Das Unternehmen bietet ein breit gefächertes Spektrum von Pasten-PVC und thermoplastischem PVC sowie eine Vielzahl von Basischemie-Produkten für unterschiedlichste Branchen und industrielle Anwendungen an. Die Polymerisation von Vinylchlorid (VC) zu Polyvinylchlorid (PVC) in ca. 25 Reaktoren nach unterschiedlichen Verfahren und in unterschiedlichen Rezepturen führt zu wässrigen Dispersionen, welche über fünf Sprühtrocknungsanlagen getrocknet werden. Die bisherige energieintensive Sprühtrocknung mit Zweistoffdüsen benötigte pro Tonne PVC verfahrensbedingt ca. 10.000 Nm³ Druckluft (4 bar). Durch die Umstellung einer Trocknungsanlage auf die Scheibenzerstäubung kann VESTOLIT in dieser Anlage weitestgehend auf den Einsatz von Druckluft verzichten.

 Massnahmen und Vorteile

Ziel des innovativen Projektes war es, durch den Einsatz der Scheibenzerstäubung für die Sprühtrocknung von Emulsions-PVC auf Druckluft zu verzichten.

VESTOLIT baute 2017 einen bereits vorhandenen Sprühtrocknungsturm auf die Scheibenzerstäubung um. Dieser Umbau ermöglichte es, das neue Verfahren in den laufenden Produktionsprozess zu integrieren. So konnte das Unternehmen im nächsten Schritt die Trocknung von der energieintensiven Zweistoffverdüsung mit Druckluft auf die energieeffiziente Scheibenzerstäubung umstellen. Die Aufheizung der Trocknungsluft erfolgt über die Direktbefeuerung mithilfe von Erdgas.

Die neue Technologie ist nicht nur energie-, sondern auch ressourceneffizienter. Das im neuen Abluftfilter abgeschiedene PVC-Pulver kann heute in einer neu installierten Mahlsichtung nachbehandelt werden. Dadurch wird auch der Ausschuss an PVC-Pulver verringert.

Die herkömmliche Zweistoffverdüsung ist sehr wartungs- und reinigungsintensiv. Durch die neue Zerstäubertechnik entfallen die Wartungsarbeiten an den Zweistoff-Zerstäuberdüsen und weitestgehend die Reinigungsarbeiten im Trockenturm. Dies führt sowohl zu einer höheren Produktivität als auch zu einer verbesserten Produktqualität.

Die Grundlagen für die innovative energiesparende Technologie wurden im Forschungsprojekt „ESTEP Mittelstand“ mit den Partnern GEA Niro und Bayer Technology Services erarbeitet, das im Rahmen des 5. Energieforschungsprogramms vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wurde.

Die erzielten Energieeinsparungen liegen bei jährlich ca. 61.010 MWh und entsprechen ca. 30.750 Tonnen CO?-Emissionen pro Jahr.

Ressource Einsparung
Energie ca. 61.000 MWh/a
Ausschuss ca. 200 t/a
CO²-Emissionen ca. 30.750 t/a

 

®PIUS-Finanzierung der EFA weist den Weg.

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Das Unternehmen



Adresse
VESTOLIT GmbH
Paul-Baumann-Straße 1
45772 Marl
Internet
www.vestolit.de
Gründung
1995
Unternehmensgegenstand
Herstellung von PVC-Spezialitäten

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 Der Weg zur Finanzierung

Die VESTOLIT GmbH nutzte im Juni 2015 im Vorfeld der Umsetzung die Unterstützung der PIUS-Finanzierung der Effizienz-Agentur NRW. Nach eingehender Prüfung der geplanten Maßnahme erstellte das Unternehmen mit Unterstützung der EFA eine Projektskizze für das Förderprogramm „Förderung von energieeffizienten und klimaschonenden Produktionsprozessen“ (EEKSPP) des Bundeswirtschaftsministeriums. Das Vorhaben wurde mit Mitteln in Höhe von 1,5 Mio. Euro aus dem Förderprogramm gefördert. Nach der Bewilligung des Zuschusses im Oktober 2015 wurde die EFA mit der Begleitung des Fördervorhabens beauftragt. Der Projektabschluss erfolgte im Dezember 2017. Insgesamt investierte das Unternehmen 9,9 Mio. Euro in die Maßnahme.

Die Projektpartner

 

Dr. Axel Stieneker

VESTOLIT GmbH

+49 2365 / 95 49 148

axel.stieneker@remove-this.vestolit.de 

 

 

Marcus Lodde

Effizienz-Agentur NRW

+49 203 / 378 79 58

lod@efanrw.de