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 Entsorgung / Erneuerbare EnergienVerfahrenstechnische Innovationen
bei der Vergärung von Speiseabfällen 

Der Presskolben während des Pressvorgangs. Foto: Franke Transport & Biogas

 Die Ausgangssituation

Das Unternehmen betreibt seit 1997 am Standort Borchen eine Biogasanlage. Als wesentliche Inputstoffe werden 18.000 t / a an tierischen Nebenprodukten, sogenannte Kofermente, vergoren. 2008 entstand die Idee, die bestehende Biogasanlage um eine Annahme- und Aufbereitungseinrichtung für gewerbliche Speiseabfälle und nicht mehr essbare verpackte Lebensmittel zu erweitern. Die Aufbereitung der Speiseabfälle sollte verschleißarm und mit möglichst geringem Energieverbrauch erfolgen. Die Gärreste sollten anders als bisher nicht mehr direkt als Dünger ausgebracht, sondern zu einem hochwertigen Kompost weiter verarbeitet werden. Hierfür wurde nach einem möglichst energiesparenden Rotte-Verfahren gesucht, das einerseits eine gute Rotte-Produktqualität liefert und gleichzeitig die Forderungen nach möglichst geringen Emissionen erfüllt.

Die festen Gärrückstände werden auf belüfteten Mieten mit einer neuartigen Membranabdeckung kompostiert. Foto: Franke Transport & Biogas

 Die Maßnahmen und Vorteile

Durch die neu entwickelte Röhrenpresstechnik können neben den üblichen Kofermenten nunmehr Speisereste und verpackte Lebensmittel verarbeitet werden. Die Abfälle werden bei diesem Verfahren in eine Röhre mit mehreren hundert kleinen Löchern befördert und mit hohem Druck verpresst. Das organische Material tritt dabei durch die Löcher aus und wird der Vergärung zu geführt. Störstoffe wie Metalle, Folien, Knochen etc. werden in einem Container aufgefangen und entsorgt. Im Vergleich zu den üblicherweise verwendeten Zerkleine rungsaggregaten wie Hammermühlen ist die neu ar tige Röhren pres stechnik energiesparend, verschleißarm und umweltschonend. Der Stromverbrauch lässt sich um den Faktor 5 im Vergleich zu Hammermühlen reduzieren. Der geringere Verschleiß führt insbesondere dazu, dass Anlagenteile weniger häufi g ausgetauscht werden müssen und die Gärreste weniger mit Metallabrieb belastet werden. Die festen Gärrückstände werden auf belüfteten Mieten mit einer neuartigen Membranabdeckung kompostiert. Die Belüftung wird automatisch über den Sauerstoffgehalt und die Temperatur in der Miete gesteuert. Die Membranabdeckung verringert die Methanemissionen und hält Gerüche zurück. So wird aus dem Gärrückstand ein hochwertiger Fertigkompost produziert. Dieses Verfahren wird erstmalig in Deutschland für die Nachrotte derartiger Gärreste eingesetzt.

Der Zeitbedarf für die Verrottung kann gegenüber herkömmlichen Verfahren von bis zu drei Monaten auf ca. vier Wochen verkürzt werden. Ein Wenden des Kompostes ist aufgrund der gesteuerten Druckbelüftung nicht mehr notwendig. Der nötige Energieeinsatz sinkt um 7.500 kWh / a, da das Material nicht mehr bewegt werden muss. Gerüche, Sporen und Keime werden dadurch kaum an die Umgebung abgegeben. Das Unternehmen investierte rund 408.000 Euro in die Maßnahmen.

Einsparungen im Überblick
  Stand der Technik Innovativer Ansatz
Energiebedarf der Presstechnik 100 ­ 400 kWelektr. (Hammermühle) 18 kWelektr. (Röhrenpresstechnik)
Energiebedarf der Kompostierung 12.500 kWh / a (offene Kompostierung) 5.000 kWh / a (Membranabdeckung)
Zeitbedarf Rotte 2-3 Monate 3-4 Wochen

 Der Weg zur Finanzierung

Auf Vermittlung der EnergieAgentur.NRW hin führte die EFA im Vorfeld der Umsetzung eine PIUSFinanzierungsberatung durch. Die Firma Franke beantragte da rauf hin eine Förderung aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reak torsicherheit (BMU). Die EFA unter stützte das Unter nehmen während der Antragsphase und nach der Bewilligung des Vorhabens durch die KfW. Das Vorhaben wurde mit einem Zuschuss in Höhe von 122.400 Euro aus dem BMUUmweltinnovationsprogramm unterstützt.

 

®PIUS-Finanzierung der EFA
weist den Weg

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Das Unternehmen



Adresse
Franke Transport & Biogas
Mallickrodstraße 2
33178 Borchen
Gründung
1997
Unternehmensgegenstand
Entsorgung / Regenerative Energieerzeugung
Mitarbeiter
4

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Die Projektpartner

 

Hubert / Dominik Franke

Franke Transport & Biogas

+49 5251 / 3 93 16

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Marcus Lodde

Effizienz-Agentur NRW

+49 203 / 3 78 79 - 58

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