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Klimaschutzplan 2050: Bundeskabinett beschließt Wegweiser in ein klimaneutrales Deutschland – Ressourceneffizienz spielt wichtige Rolle


Nach Nordrhein-Westfalen hat auch der Bund einen Klimaschutzplan beschlossen. Der von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vorgelegte "Klimaschutzplan 2050" enthält erstmals Klimaziele für einzelne Wirtschaftszweige und gibt so eine konkrete Orientierung für strategische Entscheidungen in den nächsten Jahren. Die Minderung des Ressourcen- und Energiebedarfs in der produzierenden Wirtschaft ist dabei ein vorrangiges Ziel. Die Effizienz-Agentur NRW unterstützt diese Entwicklung mit ihrem Beratungsangebot bereits seit vielen Jahren erfolgreich.

Der Klimaschutzplan orientiert sich am Leitbild der weitgehenden Treibhausgasneutralität bis zur Mitte des Jahrhunderts. Für das Jahr 2030 bekräftigt er das Gesamtziel einer Treibhausgasminderung von mindestens 55 Prozent gegenüber 1990. Dieses Gesamtziel wird zugleich erstmals auf einzelne Sektoren heruntergebrochen.

In der Industrie soll der Treibhausgasausstoß demnach um ca. 50 Prozent reduziert werden. Wesentliches Element zur Erreichung des Ziels ist eine Hocheffizienzstrategie zur Steigerung der Ressourcen- und Energieeffizienz in der Produktion. Dazu wird die Bundesregierung ein Forschungs-, Entwicklungs-, und Markteinführungsprogramm auflegen.

Die Effizienz-Agentur NRW leistet mit ihrer Ressourceneffizienz- und Finanzierungsberatung bereits seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag zur Einführung ressourceneffizienter Verfahren in die produzierende Wirtschaft.

"Viele Unternehmen haben mit Hilfe der Ressourceneffizienz-Beratung Potenziale und Möglichkeiten zur Material-, Energie- und Kostenreduzierung aufgedeckt und erfolgreich Maßnahmen umgesetzt", sagt Andreas Kunsleben, Leiter Geschäftsfeld Beratung der Effizienz-Agentur NRW. So konnten alleine in den vergangenen zwei Jahren in über 200 Projekten Investitionen in Höhe von mehr als 10 Mio. Euro ausgelöst und Kosteneinsparungen von über 7 Mio. Euro pro Jahr realisiert werden.

Einige Schwerpunkte aus dem Bereich "Klimaschutz in Industrie und Wirtschaft" im Überblick:

  • Digitalisierung und Industrie 4.0 zur Verbesserung der Ressourceneffizienz 

    Digitalisierung und Industrie 4.0. können einen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten, stellt der Klimaschutzplan klar. Die Effizienz-Agentur NRW unterstützt Industrie- und Handwerksbetriebe mit ihrem Beratungsangebot auch auf dem Weg hin zu Industrie 4.0. Über Potenziale und erfolgreiche Umsetzungen im Bereich "Ressourceneffizienz und Industrie 4.0" wird die EFA 2017 in zahlreichen Veranstaltungen und Workshops informieren.
  • Verlängerung der Nutzungsdauer von Produkten

    Im Klimaschutzplan wird eine längere Nutzung von Produkten gefordert. Seit über zehn Jahren bietet die EFA produzierenden Unternehmen Unterstützung bei der Entwicklung und Gestaltung ressourcenschonender Produkte an. Mit dem JUMP-Tool können Betriebe im Rahmen der Ressourceneffizienz-Beratung neue Produktideen entwickeln und lernen, wie sie Produkte und Nutzungsphasen effizienter gestalten und existierende Produkte ressourcengerecht verbessern können.

  • Umweltinnovationsprogramm fördert Marktfähigkeit ressourcenschonenden Technologien

    Die Bundesregierung wird im Zuge des Klimaschutzplans die Markteinführung ausgereifter Technologien weiter unterstützen. Bereits heute können im Umweltinnovationsprogramm (UIP) des BMUB Demonstrationsvorhaben gefördert werden, die eine innovative, Umwelt entlastende Technologie erstmalig großtechnisch umsetzen. Damit hilft das UIP, diese fortschrittlichen Technologien in den Markt zu bringen.

    Die im bundesweiten Vergleich meisten UIP-Projekte kommen dabei aus NRW. Initiiert und begleitet wurde der Großteil der Projekte von der Finanzierungsberatung der Effizienz-Agentur NRW. Seit 2004 unterstützt die EFA produzierende Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen bei der Antragstellung im Umweltinnovationsprogramm und bei der Umsetzung erster großtechnischer Anwendungen im Produktionsprozess. "In den vergangenen zehn Jahren konnten im Rahmen des UIP in 43 nordrhein-westfälischen Unternehmen Investitionen in Höhe von ca. 100,8 Mio. Euro ausgelöst werden. In bisher 31 abgeschlossenen Projekten werden jährlich 113 Mio. KWh Energie, ca. 34.000 t CO2, ca. 252 m³ Wasser und über 1.100 t Material eingespart", erklärt Marcus Lodde, Leiter Geschäftsfeld Finanzierung der EFA.

  • Systematisches Klimareporting für mehr Klimatransparenz

    Ein weiteres Augenmerk wird auf das Klimareporting von Unternehmen gerichtet. Ein systematisches Reporting stellt Transparenz sowohl in Bezug auf die Emissionen als auch auf die strategische Ausrichtung und zukünftige Investitionen der Unternehmen sicher. Die Bundesregierung wird kleine und mittlere Unternehmen bei der Umsetzung beraten und unterstützen.

    Einen Einstieg in das Klimareporting bietet das CO2-Bilanzierungstool Eco-Cockpit (www.ecocockpit.de) der Effizienz-Agentur NRW. Mit Eco-Cockpit können Unternehmen online und  kostenfrei Informationen zu produkt-, prozess- und standortbezogenen CO2-Emissionen ermitteln.

  • Technologische Transformation in der Industrie

    Klar ist: Auch in Zukunft soll Deutschland Industriestandort bleiben. Um die Machbarkeit an praktischen Beispielen frühzeitig modellhaft zu erproben und zu verdeutlichen, wird die Bundesregierung Mittel der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) einsetzen. Die Effizienz-Agentur NRW begleitet den Transformationsprozess mit ihren Beratungsangeboten der Ressourceneffizienz- und Finanzierungsberatung und mit einem breit aufgestellten Informationsangebot. So bietet die Best-Practice-Datenbank der EFA einen Überblick über rund 80 Best-Practice-Beispiele aus nordrhein-westfälischen Unternehmen. Mit zahlreichen Veranstaltungen, Workshops und Schulungen informiert die Agentur regelmäßig über aktuelle Entwicklungen im Themenfeld Ressourceneffizienz.

Der Klimaschutzplan behandelt weitere Sektoren wie u. a. die Energiewirtschaft, Bau, Verkehr, Landwirtschaft, Landnutzung und Forstwirtschaft.

Informationen zum Klimaschutzplan finden Sie auf den Seiten des Bundesumweltministeriums: Mehr erfahren›